Inklusion

„Ohne Angst verschieden sein können“ (Theodor Adorno)
Vielfalt1
VSK 2 ~ Kalender 2012

 

Die Bundesrepublik Deutschland hat 2009 die UN-Behinderten-rechtskonvention (BRK)   ratifiziert, wodurch sie in allen Bundesländern geltendes Recht ist, sich aber in der Umsetzung aufgrund der Länderhoheitsrechte unterscheidet. Schulen sind insbesondere durch den Art. 24 der BRK gefordert. Dabei geht der Begriff der Inklusion weiter als Integration.

Was bedeuten die Begriffe Integration und Inklusion eigentlich? Inklusion (lat.) heißt Einschluss, Enthalten sein und bedeutet also „dazu zu gehören“.

Sehen Sie sich dazu folgenden Videoclip von AKTION MENSCH  und  der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft einmal an: (Bitte zum Öffnen auf den Titel klicken.)

Was ist Inklusion? (1:18 Min.)

Inklusion. Einfach erklärt.(2:14 Min.)

Inklusion betrifft alle Lebensbereiche und nicht nur die Schule. Inklusion ist eine gesellschaftliche Aufgabe und ein Prozess. Eine Reduzierung auf Menschen mit Behinderung wäre eine grobe Verkürzung. Es geht um gleichberechtigte Teilhabe und  die Frage des gesellschaftlichen Umgangs mit und der Anerkennung von Unterschieden (Divergenz).

Vielfalt der Köpfe

Die daraus resultierende Aufgabe für die Schulgemeinschaft heißt Umgang mit Vielfalt, bzw. Heterogenität im Gemeinsamen Unterricht. Diesbezüglich ist  immer wieder die zentrale Frage zu diskutieren, wie Unterricht organisiert und gestaltet werden muss bzw. kann, so dass die Heterogenität in einer Klasse bzw. Lerngemeinschaft als Bereicherung von allen Beteiligten wahrgenommen wird, alle zu ihrem Recht kommen. Dazu müssen die Lernangebote zu den individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe  passen und letztendlich alle gut auf ein selbstständiges Leben und Teilhabe in einer globalisierten Welt vorbereitet werden.

Die „Vielfalt der Köpfe“ ist natürlich schon ein altbekanntes Problem der Pädagogik, stellt sich jetzt aber nochmal in verstärkter Weise. Individualisierung und Kompetenzorientierung sind die aktuellen pädagogischen „Zauberformeln“ im Umgang mit Vielfalt. Als Gelingensbedingungen gehören aber immer auch gute Rahmenbedingungen sowie ausreichende sachliche und personelle Ressourcen unbedingt dazu.

Inklusion als Schulentwicklungsaufgabe

Weiterentwicklung zur inklusiven Schule als bildungspolitisches Leitziel bedeutet für uns  in Bezug auf die unten genannten Dimensionen, sich im Schulentwicklungsprozess immer wieder selbst und systemisch zu klären, den Austausch und den offenen Diskurs mit allen Beteiligten und Kooperationspartnern in der Schule und im Stadtteil zu pflegen. Dazu gehört es auch, regelmäßige Fortbildung zu ermöglichen und gemeinsam daran zu arbeiten soweit wie möglich (un-) sichtbare Barrieren aus dem Weg zu räumen, mit realen Umsetzungsschwierigkeiten offen umzugehen und nach Lösungen zu suchen, um die gleichberechtigte Teilhabe aller Schüler- und Schülerinnen im gemeinsamen Unterricht und im Ganztag zu ermöglichen. Inklusion ist somit keine Zauberformel und auch nicht problemlos, wenn auch alternativlos. Bei allen pädagischen Bemühungen und Zielen muss immer das Wohl des einzelnen Kindes im Zentrum stehen.

Worauf es uns im Entwicklungsprozess ankommt – Dimensionen:

  • Inklusive Haltung und Werte leben: Wertschätzung, Umgang mit Differenz/Diversität…
  • Inklusive Kulturen schaffen: Lern- und Lebensgemeinschaft bilden im Unterricht, bei Festen und Feiern, im Stadtteil…
  • Inklusive Strukturen etablieren: Kooperation, Barrierefreiheit, Klassenbildung…
  • Inklusive Praktiken entwickeln: Lernarrangements organisieren, inklusive Didaktik, Ressourcen mobilisieren, fördern und fordern, beraten, unterstützen…

 

Britta Kuß    (Schulleiterin)

24.11.2015

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